Garn und Farbe
Abweichender Griff oder Zusammensetzung, Farbunterschiede zwischen Muster, Partie und Serie.
Qualitätskontrolle Strickwaren
Für Modemarken zählt nicht nur ein gelungenes Muster. Entscheidend ist, dass Garn, Maße, Verarbeitung, Kennzeichnung und Verpackung in der Serie anhand derselben freigegebenen Vorgaben geprüft werden.

Prüfplan für den Auftrag
Die Kontrollmerkmale werden aus Produktspezifikation, Freigabemuster, Maßtabelle, Toleranzen und Verpackungsvorgaben abgeleitet. Einen universellen Prüfstandard für jedes Modell gibt es nicht.
| Prüfstufe | Freigabegrundlage | Kontrollpunkte | Dokumentation oder Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Spezifikationsprüfung | Technische Produktunterlagen, Referenzmuster und Käuferanforderungen | Maße, Konstruktion, Farben, Etiketten, Verpackung, Tests und offene Punkte | Offene-Punkte-Liste vor Muster oder Serienstart |
| Garn- und Materialprüfung | Freigegebenes Garn und Farbreferenz | Zusammensetzung, Garnfeinheit, Farbpartie, sichtbare Verunreinigung, Beschädigung und geforderte Unterlagen | Freigeben, separieren, ersetzen oder Käuferentscheidung einholen |
| Freigabemuster | Kommentierte Musterfassung und Zielspezifikation | Passform, Maße, Maschenbild, Farbe, Zutaten, Etiketten und Ausrüstung | Freigabe, Korrekturschleife oder schriftlich dokumentierte Abweichung |
| Stricken und Konfektion | Freigegebenes Garn, Feinheit, Bindung und Verarbeitung | Fehlmaschen, Lochstellen, Motivlage, Nahtbild, Kettelung, Fadenenden und Befestigungen | Ursache eingrenzen, betroffene Ware sperren und Korrektur nachprüfen |
| Waschen und Ausrüstung | Freigegebener Prozess und Referenzmuster | Maßänderung, Griff, Optik, Verzug, Bügelbild, Flecken und Beschädigungen | Ergebnis dokumentieren und nach Prozessänderungen erneut prüfen |
| Maßkontrolle und Passform | Maßtabelle und vereinbarte Toleranzen | Messmethode, Messpunkte, Warenzustand und Werte außerhalb der Toleranz | Messprotokoll und Entscheidung über nichtkonforme Teile |
| Etiketten und Verpackung | Freigegebene Druckdaten und Verpackungsvorgabe | Marken-, Pflege- und Größenetikett, Hängeetikett, Barcode, Faltung, Beutel und Karton | Verpackung oder Versand bis zur Korrektur beziehungsweise schriftlichen Freigabe sperren |
| Endkontrolle | Freigabemuster, Auftragsspezifikation und vereinbarter Stichprobenplan | Menge, Verarbeitung, Maße, Farbe, Sauberkeit, Kennzeichnung, Verpackung und Prüfunterlagen | Freigeben, nacharbeiten, nachprüfen, mit Abweichungsfreigabe annehmen oder zurückweisen |
Vor Produktionsbeginn
Prüfergebnisse sind nur vergleichbar, wenn Referenz, Methode, Stichprobe und Verantwortlichkeit vorab eindeutig sind.
Strickwarenspezifische Risiken
Garnspannung, Maschendichte, Waschschrumpf, Kettelqualität, Bindung, Farbpartie und Maße beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb reicht eine reine Sichtprüfung am Ende nicht aus.
Ein klarer Prüfablauf senkt das Risiko von uneinheitlichen Größen, verdrehten Nähten, instabilem Griff, Farbabweichungen, losen Fäden, falschen Etiketten und abweichender Verpackung. Maßgeblich bleiben die für den konkreten Auftrag bestätigten Anforderungen.


Sechs Kontrollstufen
Die Reihenfolge folgt dem KnitSeek-Qualitätsprozess; Prüfumfang, Toleranzen und Annahmeregeln werden auf das jeweilige Produkt und den Auftrag abgestimmt.
Zusammensetzung, Garnfeinheit, Farbreferenz, Griff und Eignung für Feinheit und Maschenbild abgleichen.
Garn, Maße, Passform, Zutaten, Etikettposition, Bindung und Ausrüstung am Muster beurteilen.
Freigabemuster, Maßtabelle, Farbe, Etiketten, Verpackung, Kartonmarkierung und Terminstand bestätigen.
Stricken, Ketteln, Waschen, Nähen und Ausrüstung während der Fertigung auf kritische Merkmale prüfen.
Kernmaße nach dem vereinbarten Messverfahren gegen Maßtabelle und Toleranzen dokumentieren.
Optik, Maße, Farbe, Verarbeitung, Kennzeichnung, Verpackung und Kartonangaben vor Versand abgleichen.
Typische Abweichungen
Die Fehlerliste wird je Modell konkretisiert und nach vereinbarter Fehlerklasse bewertet.
Abweichender Griff oder Zusammensetzung, Farbunterschiede zwischen Muster, Partie und Serie.
Ungleichmäßige Spannung, Fehlmaschen, Lochstellen, lose Fäden oder fehlerhafte Kettelung.
Maßabweichungen nach Waschen oder Ausrüstung, verdrehte Nähte, ungleichmäßige Säume und instabile Silhouette.
Falsche Marken-, Pflege- oder Größenetiketten sowie abweichende Hängeetiketten und Barcodes.
Unstimmige Faltung, Beutel, Sortierung, Kartonmarkierung oder Packmenge.
Flecken, Beschädigungen, Fremdfasern oder sichtbare Rückstände vor dem Verpacken.
Eigenmarken-Strickwaren
Bei Eigenmarkenaufträgen werden neben dem Produkt auch Markenetikett, Pflegeetikett, Größenkennzeichnung, Hängeetikett, Barcode, Beutel, Kartonmarkierung und Packverhältnis gegen die freigegebenen Daten geprüft.

Informationen vom Käufer
Häufige Fragen
Garn, Musterstand, Verarbeitung, Maße, Ausrüstung, Kennzeichnung, Verpackung und Versandvorbereitung werden gegen die bestätigten Auftragsanforderungen geprüft. Art und Umfang der Aufzeichnung werden projektspezifisch vereinbart.
Ja, sofern Prüfliste, Messmethode, Toleranzen, Verpackungsvorgaben und Annahmeregeln vor Produktionsbeginn vorliegen und technisch geprüft wurden.
Eine unabhängige Prüfung vor Versand kann in der Projektplanung berücksichtigt werden. Prüfstelle, Stichprobe, Zeitpunkt, Unterlagen und Reaktion auf Abweichungen müssen vorab feststehen.
Mindestens der aktuelle Spezifikationsstand, die Maßtabelle, Garn- und Farbvorgaben, Etiketten- und Verpackungsdaten sowie besondere Prüf- oder Nachweisanforderungen.
Ja. Auch Kleinserien benötigen eine eindeutige Freigabegrundlage. Der wirtschaftlich sinnvolle Prüfumfang wird an Modell, Menge, Risiko und Käuferanforderung angepasst.
Qualitätsanforderung
Senden Sie Produktspezifikation, Maßtabelle, Material, Menge und gewünschte Prüf- oder Dokumentationsanforderungen. Offene Punkte werden vor der Serienfreigabe geklärt.